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Corona

Österreich: Gastronomie soll ab Mitte Mai wieder öffnen dürfen

Corona, Österreich

Bundeskanzler Kurz kündigt die Öffnung vieler Branchen zum 19. Mai an

WIEN.Österreich plant ab Mitte Mai umfassende Öffnungsschritte. Das hat die österreichische Bundesregierung bekannt gegeben. Dazu gehört auch die Gastronomie, die ab 19. Mai wieder den Betrieb aufnehmen darf.

„Wir haben im August letzten Jahres die Prognose abgegeben, dass wir im Sommer wieder zur Normalität zurückkehren können. Es war eine gewagte Prognose, aber umso glücklicher bin ich, dass diese Prognose jetzt eintritt. Die österreichische Strategie, auf starkes Testen und die FFP2-Maske zu setzen, hat sich als richtig herausgestellt. Das Licht am Ende des Tunnels wird heller, es rückt näher. Dennoch müssen wir nach wie vor achtsam bleiben und alles tun, um die Ausgangslage nicht zu verspielen“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz im Rahmen einer Pressekonferenz im Weltmuseum in Wien zu den geplanten Öffnungsschritten gemeinsam mit Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Univ.-Prof. Dr. Oswald Wagner, Vizerektor der Medizinischen Universität Wien und Leiter des klinischen Institutes für Labormedizin.

Die wichtigste Nachricht sei jedoch, so der Kanzler, dass die Impfung wirke und voranschreite. „Wir sind im europäischen Vergleich unter den Top 10, weltweit unter den Top 20 Staaten, was den Impffortschritt betrifft. Dank des zusätzlichen Impfstoffs, den wir erhalten, werden wir bis Mitte Mai rund 3 Millionen Menschen erstgeimpft haben.“ Das bedeute, dass man im Sommer nicht nur zur Normalität werde zurückkehren können, sondern „wir werden Mitte Mai, vorsichtig aber doch, Öffnungsschritte setzen können.“

„Am 19. Mai werden Gastronomie, Tourismus, Kultur und Sport endlich wieder öffnen, denn das sind Bereiche, in denen sehr viele Menschen arbeiten. All diese Bereiche werden mit klaren Sicherheitskonzepten öffnen. Das ist notwendig, um die Infektionszahlen unter Kontrolle zu halten", sagte Sebastian Kurz. So dürfe etwa die Gastronomie Outdoor mit maximal 10 Personen pro Tisch, Indoor mit maximal 4 Erwachsenen pro Tisch plus Kinder wieder aufsperren.

„Die Grundvoraussetzung für den Zutritt wird überall der Grüne Pass sein. Das bedeutet, man ist entweder getestet, genesen oder geimpft. Die Zahl der Geimpften wird immer größer werden und die Zahl derer, die sich testen lassen müssen, immer weiter zurückdrängen. Wichtig ist, dass es hier eine Gleichstellung gibt. Ich bin sehr froh, dass wir in dieser Frage nicht nur in der Koalition an einem Strang ziehen, sondern auch die Unterstützung der Sozialdemokratie haben.“ Darüber hinaus werden die Abstandsregeln und die Maskenpflicht beibehalten, zudem werde es Gruppenbeschränkungen geben, so Bundeskanzler Kurz.

„Die Öffnungen geschehen also mit umfassenden Sicherheitskonzepten.“ Diese Sicherheitskonzepte wolle man schrittweise wieder abbauen, sobald der Impffortschritt entsprechend groß ist und das Infektionsgeschehen unter Kontrolle gehalten werde. Man rechne damit, dass mit spätestens 1. Juli die Sicherheitskonzepte reduziert werden können. Dennoch gebe es Bereiche, wo man nach wie vor zurückhaltend sein müsse, etwa bei der Nachtgastronomie, Hochzeitsfeierlichkeiten oder Vereinsfesten. Diese sollen ab 1. Juli wieder möglich sein, so Sebastian Kurz.

„Die Pandemie hat uns jedoch gelehrt, dass die Situation nicht immer genau prognostizierbar ist. Wenn es eine dramatische Entwicklung in gewissen Regionen gibt, müssen wir dort reagieren und Verschärfungsschritte setzen. Die Bundesländer haben die Möglichkeit, diese Öffnungen einzuschränken, wenn sich die Lage regional verschärft“, erklärte der Kanzler.

Abschließend richtete Sebastian Kurz an die Bevölkerung die Bitte, noch durchzuhalten und nicht übermütig zu werden. „Bitte halten wir uns an die Regeln. Nur wenn wir alle unseren Beitrag leisten, kommen wir gut durch die letzten Meter der Pandemie und können im Sommer zur Normalität zurückkehren.“

Vizekanzler Werner Kogler erklärt eingangs seines Statements: „Bis zum 19. Mai sollten wir noch darauf achten, dass die Infektionskurven nicht allzu stark steigen, weil es uns um die Spitäler und die Intensivstationen geht. Wir haben heute die Prognosen von einem leichten Absinken des Zulaufs auf die Intensivstationen entgegengenommen, jedoch bei einem immer noch zu hohen Niveau im Osten Österreichs.“ Die Ankündigung von Öffnungsschritten sei dennoch wichtig, weil es auch positive Perspektiven und Planbarkeit geben müsse. Dennoch brauche es im Alltag weiterhin unsere Verantwortung: „Die Tests werden immer noch eine wichtige Rolle spielen, so wie die Regeln wie Maske tragen und Abstand halten.“

Die Expertinnen und Experten seien der Ansicht, dass am 19. Mai sanft geöffnet werden könne, wenn Sicherheitskonzepte, Testungen und Regeln eingehalten werden und die regionalen Ausreisetests in Hochinzidenzengebieten, die sich als wirkungsvoll erwiesen hätten, beibehalten würden.

„Nach fast 7 langen Monaten Schließzeit freuen wir uns, dass es nun wieder eine Perspektive für unsere Branche gibt und wir ab 19. Mai endlich wieder Gäste in unseren Betrieben begrüßen und bewirten dürfen. Wir haben die letzten Monate genützt, um uns auf die lang ersehnte Wiedereröffnung vorzubereiten und bieten mit umfangreichen Sicherheits- und Präventionskonzepten sichere Räume der Begegnung“, kommentiert Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute von der Bundesregierung verkündete Wiedereröffnung der Gastronomie.

Pulker: „Besonders wichtig war uns, dass sowohl indoor, als auch outdoor geöffnet werden darf. Wir haben uns auch intensiv dafür eingesetzt, dass die Rahmenbedingungen dieses Öffnungsschrittes, vor allem die bis 22 Uhr erlaubte Öffnungszeit am Abend, den Betrieben ein für ihre Gäste sinnvolles Angebot, und somit auch ein einigermaßen vertretbares Wirtschaften, ermöglichen. Wie uns die Erfahrungen aus Vorarlberg gezeigt haben, ist eine Sperrstunde um 20 Uhr für viele Betriebe wirtschaftlich schwer verkraftbar und führt zudem dazu, dass sich Gästerunden in den Privatbereich verlagern.“

Die Wiedereröffnung der Gastronomie gibt nicht nur den über 50.000 österreichischen Gastronomiebetrieben und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wieder eine Perspektive, sie hat auch für die gesamte österreichische Bevölkerung eine wichtige Signalwirkung in Richtung Normalität.

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